Welche Regeln gilt es beim Design Thinking zu beachten?

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Bei der Durchführung des unten beschriebenen Design-Thinking-Prozesses sind folgende Design-Thinking-Regeln einzuhalten, quasi die „zehn Gebote des Design Thinkings“:

Leave titles at the door!

Es gibt keine Hierarchie während eines Design-Thinking-Workshops. Chef- und sonstige Rollen werden am Kleiderhaken abgegeben.

Encourage wild ideas!

Lassen Sie der Fantasie freien Lauf. Jede (vermeintlich) verrückte Idee zählt und jede Idee sollte gleich behandelt werden.

Go for quantity!

Quantität vor Qualität. Selektiert, analysiert und bewertet wird später.

Build on Ideas of others!

Es gibt kein Urheberrecht. Ideen von anderen sollten aufgegriffen, ergänzt oder geändert werden.

Think human centered!

Design Thinking ist zunächst das Denken über Menschen und nicht über Sach- oder Business-Ziele.

Be visual and make it tangible!

Nutzen Sie Zeichnungen, Abbildungen, Fotos, Videos, Prototypen etc.

Avoid criticism!

Ideengenerierung und -bewertung müssen strikt getrennt werden.

Fail early and often!

Scheitern bedeutet Lernen. Oft Scheitern bedeutet, dass man viel gelernt hat.

Stay focused!

Setzen Sie sich Grenzen, halten Sie sich an die konkreten Aufgaben im Design-Thinking-Prozess**.

Let`s have fun!

Neue Ideen im Team zu entwickeln, soll Spaß machen. Kreativität braucht diesen Spaß.

Diese Regeln sollten in einem Design-Thinking-Workshop für alle Teilnehmer die ganze Zeit sichtbar groß auf einen Flipchart geschrieben werden. An diese Regeln sind die Teilnehmer durch einen Moderator immer wieder zu erinnern.

** Die Regel „Stay focused!“ (Bleiben Sie fokussiert!) erscheint zunächst widersprüchlich zur Regel „Encourage wild ideas!“ (Ermutigen Sie zu wilden Ideen!). Aus den Erfahrungen mit kreativen Prozessen hat sich aber gezeigt, dass das Setzen von klaren Grenzen bzw. Beschränkungen, in denen wiederum der Fantasie freien Lauf gelassen werden sollte, ein zielführender Ansatz für die Ideengenerierungs- und insbesondere -entwicklungsphase ist. Solche Grenzen können u. a. die grobe Richtung durch die Vision und Unternehmensstrategie, spezifische Zeit- und Kostenziele (z. B. Produkt-/Dienstleistungsangebot soll innerhalb von X Monaten auf dem Markt eingeführt werden), ein spezieller regionaler Fokus, Anzahl von neuen Funktionen, die Beachtung gesetzgeberischer Beschränkungen oder die begrenzt verfügbaren Ressourcen umfassen. Boyd/Goldenberg (2015) sprechen hier treffenderweise vom „Thinking Inside the Box“, um einen Kontrapunkt zum „Mainstream“-Ansatz „Thinking Out of the Box“ zusetzen.

Im Einzelfall muss insgesamt eine Balance gefunden werden zwischen einerseits der Gefahr unkonventionelle Ideen mit Potenzial zu ersticken und andererseits utopischen Spinnereien nachzugehen.

Fokussiert zu bleiben, bezieht sich auch auf den nachfolgend dargestellten Design-Thinking-Prozess. Grenzen können hier bedeuten, dass man sich klare Zeitbudgets für die einzelnen Phasen setzt oder Vorgaben macht, für wen, wie und wo die Lösung genutzt werden soll. Im richtigen Maße eingesetzt und herausfordernd kommuniziert, können diese Beschränkungen die Kreativität fördern und wirken motivierend und inspirierend für das Design-Thinking-Team.

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